wir zwei waren diesmal zu dritt. wir haben unser ganzes erspartes zusammengekratzt, ein paar um teures geld erstandene und desinfizierte wanderschuhe sowie unsere nichte bzw. nichte in spe eingepackt und sind nach island geflogen. in erster linie wegen den pferden, denn die gibt es nur dort und nirgendwo anders, und in zweiter natürlich wegen island selbst, wofür das selbe gilt. man gönnt sich ja sonst nix.
wir flogen mit einem zwischenstopp über berlin und hatten genug zeit, um in die stadt reinzufahren (was auch notwendig war, weil die stadt zwischen tegel und schönefeld liegt) und uns ein paar dinge nochmal anzuschauen bzw. sie auch maria zu zeigen. allen voran natürlich das schokogeschäft am gendarmenmarkt, in dem man immer wieder gern ein paar euro liegenläßt. man gönnt sich ja sonst nix.
nach einem platzregen und einem flughafen mit antiquiertem ostblockcharme saßen wir also im flugzeug der iceland express, einer fluglinie, die sich durch knausrigkeit in allen belangen (die maschine war nur unwesentlich besser als die, mit der wir von moskau nach kirgisistan geflogen sind, und es gab weder was zu essen noch was zu trinken, zumindest nicht kostenlos) auszeichnet. dabei war der flug fast um den faktor zehn teurer als der nach berlin, aber man gönnt sich ja sonst nix.
im flugzeug sitzend hatten wir das glück, die mitternachtssonne zu bewundern, die zu diesem zeitpunkt irgendwo zwischen den marianen und den marshall-inseln im zenit stand und für uns wegen der flughöhe über den nordpol hinweg zu sehen war. und dank der schiefe der ekliptik blieb die sonne für uns ab da fast durchgehend am himmel oder verschwand nur kurz und knapp unter dem horizont.
wir kamen mitten in der nacht in reykjavík an, fanden zum glück unseren zimmerschlüssel im schlafenden guesthouse, verbrachten einen interessanten vormittag in der stadt, bestiegen dann unseren mietswift und düsten richtung nächste unterkunft los. wir hatten einen ziemlich genauen plan, der hier nicht in allen einzelheiten ausgeführt werden soll, um niemanden zu langweilen, jedenfalls ging es schlag auf schlag, und wir haben offenbar gut geplant, denn es ist sich nicht nur alles perfekt ausgegangen, sondern wir hatten auch noch zeit, spontane abstecher zu machen.
anfangs war das wetter recht super, in reykjavík waren die einheimischen deswegen ganz aus dem häuschen, nämlich im park. die temperaturen waren t-shirttauglich, und nachdem die sonne erst um 11 herum begann, den horizont zu streifen, konnte man auch abends noch ausgedehnte spaziergänge auf irgendwelchen erloschenen vulkanen unternehmen. und auch mit der unterkunft hatten wir zuerst viel glück, denn leider war die gebuchte schlafsackunterkunft in der baracke voll, und wir mußten mit einer hütte mit zwei schlafzimmern, küche, fernseher und hot pot auf der veranda vorlieb nehmen.
island hat sowieso recht viel heißes wasser, was unter anderem dazu beiträgt, daß in der dusche eher das kalte ausgeht, und gute gästehäuser haben hot pots für die gäste, die natürlich leider nicht immer ganz so gemütlich sind wie auf der eigenen veranda. manche unserer unterkünfte waren in diesem punkt aber nicht ganz so großzügig, da mußten wir uns selbst waschen.
nach einer eregnisreichen woche, die man anhand der fotos hoffentlich ein wenig nachvollziehen kann, kamen wir in húsey an, wo wir sechs tage reiturlaub gebucht hatten. der freundliche örn, die deutschen pferdemädchen, das robbenbaby, die tief fliegenden skuas und natürlich die ganzen pferde haben es uns in der zeit richtig angetan.
isländer sind die hansi hinterseer der pferde. schwiegermuttertauglich, mit wilder mähne und pelzigen moonboots, verläßlich und trittsicher, ausdauernd und anspruchslos. sie haben im gegensatz zu großpferden einen vierten gang, den an sich sahnig-weichen, quasi vibrationsfreien tölt, den sie sehr gerne unsauber praktizieren, um den reiter gut durchzuschütteln und schlecht aussehen zu lassen, sowie manchmal auch noch einen fünften, den pass, den sie grundsätzlich nur dann einsetzen, wenn es unerwünscht ist. das liegt natürlich nicht in erster linie an den pferden, sondern an den ganzen reittouristen, die nicht wirklich gut reiten können und das arme pferd daher total verreiten. da müssen dann selbst kapazunder wie wir tagelang mit dem pferd arbeiten, um ihn sauber zu bekommen - oder man verzichtet drauf und reitet einfach.
islandpferde haben keine angst vor den skuas, die voller sorge um ihren nachwuchs alles angreifen, was sich bewegt. wenn so ein metergroßer schwarzer vogel in augenhöhe auf einen zufliegt, bekommt man schon mal weiche knie. den pferden ist das egal, sie wissen, daß der skua nur auf den höchsten punkt, und das ist der kopf des reiters, hinpickt, wenn überhaupt. wovor sie allerdings angst haben, sind die bösen seehunde, die die beiden flußmündungen um húsey herum hochschwimmen und laut prustend immer dort auftauchen, wo einige hundert meter entfernt ein ahnungsloses pferd mit einem ahnungslosen reiter gerade irgendwelche gangarten durchprobiert. sowas ist ja auch wirklich bedrohlich, denn wenn mal ein seehund an land kommt und in knöchelhöhe auf ein pferd zurobbt, gibt es kein entrinnen mehr...
nach der reitwoche sind wir dann die ganze schöne strecke inklusive kleiner abstecher in zwei tagen zurückgefahren, sind am letzten tag noch zu den großen sehenswürdigkeiten des sogenannten golden circle gefahren und haben dann das auto zurückgegeben. und dann blieb uns nichts mehr zu tun, als am vormittag vor dem rückflug noch in der blauen lagune zu entspannen.
das klingt jetzt alles so gemütlich, allerdings war das wetter bis auf die ersten paar tage nicht wirklich schön und teilweise sogar extrem häßlich. gerade als wir im laut reiseführer trockensten teil islands in der mývatn-gegend unterwegs waren, hatten wir dauerregen. besonders schön war es beim dettifoss, wo einerseits millionen liter wasser die 48 meter hinunterstürzen und ungefähr ebensoviel von oben auf uns herniederkam, am klo aber ein schild hing, daß man bitte wasser sparen soll.
die straßen islands sind, sofern asphaltiert, bis auf ganz wenige ausnahmen wirklich gut, sodaß die erlaubten 90 km/h recht schnell überstiegen werden, besonders wenn man kilometerlang ganz allein dahinfährt. leider sind nicht alle straßen asphaltiert, nicht einmal die ringstraße (DIE verkehrsader um die ganze insel) ist es durchgehend. und wenn mann dann so wenig befahrene strecken wie die 28 km zum dettifoss, islands größtem wasserfall, nimmt, dann zuckelt man eine stunde ungemütlich dahin. und überall können mitten auf der straße schafe stehen, die zu überfahren so ziemlich das größte verbrechen nach isländischem recht ist.
alles in allem war island aber eine superschöne erfahrung, wie man auch auf den fotos sehen kann. tolle farben, geologische extreme auf kleinstem raum, coole viecher, interessantes essen. was will man mehr?
als ausklang blieben wir noch zwei tage in berlin, wieder im circus. auch das programm war ähnlich wie im herbst: herumflanieren, am alex nicht in den fernsehturm hinauffahren, schoko kaufen und brunchen. wir haben anna und arnold getroffen, die in berlin eine wohnung suchen (arnold studiert ab herbst medienkomposition an der hanns eisler musikhochschule, gerade mal 50 meter vom schokogeschäft entfernt). ja, das wars dann eigentlich auch schon.
wir flogen mit einem zwischenstopp über berlin und hatten genug zeit, um in die stadt reinzufahren (was auch notwendig war, weil die stadt zwischen tegel und schönefeld liegt) und uns ein paar dinge nochmal anzuschauen bzw. sie auch maria zu zeigen. allen voran natürlich das schokogeschäft am gendarmenmarkt, in dem man immer wieder gern ein paar euro liegenläßt. man gönnt sich ja sonst nix.
nach einem platzregen und einem flughafen mit antiquiertem ostblockcharme saßen wir also im flugzeug der iceland express, einer fluglinie, die sich durch knausrigkeit in allen belangen (die maschine war nur unwesentlich besser als die, mit der wir von moskau nach kirgisistan geflogen sind, und es gab weder was zu essen noch was zu trinken, zumindest nicht kostenlos) auszeichnet. dabei war der flug fast um den faktor zehn teurer als der nach berlin, aber man gönnt sich ja sonst nix.
im flugzeug sitzend hatten wir das glück, die mitternachtssonne zu bewundern, die zu diesem zeitpunkt irgendwo zwischen den marianen und den marshall-inseln im zenit stand und für uns wegen der flughöhe über den nordpol hinweg zu sehen war. und dank der schiefe der ekliptik blieb die sonne für uns ab da fast durchgehend am himmel oder verschwand nur kurz und knapp unter dem horizont.
wir kamen mitten in der nacht in reykjavík an, fanden zum glück unseren zimmerschlüssel im schlafenden guesthouse, verbrachten einen interessanten vormittag in der stadt, bestiegen dann unseren mietswift und düsten richtung nächste unterkunft los. wir hatten einen ziemlich genauen plan, der hier nicht in allen einzelheiten ausgeführt werden soll, um niemanden zu langweilen, jedenfalls ging es schlag auf schlag, und wir haben offenbar gut geplant, denn es ist sich nicht nur alles perfekt ausgegangen, sondern wir hatten auch noch zeit, spontane abstecher zu machen.
anfangs war das wetter recht super, in reykjavík waren die einheimischen deswegen ganz aus dem häuschen, nämlich im park. die temperaturen waren t-shirttauglich, und nachdem die sonne erst um 11 herum begann, den horizont zu streifen, konnte man auch abends noch ausgedehnte spaziergänge auf irgendwelchen erloschenen vulkanen unternehmen. und auch mit der unterkunft hatten wir zuerst viel glück, denn leider war die gebuchte schlafsackunterkunft in der baracke voll, und wir mußten mit einer hütte mit zwei schlafzimmern, küche, fernseher und hot pot auf der veranda vorlieb nehmen.
island hat sowieso recht viel heißes wasser, was unter anderem dazu beiträgt, daß in der dusche eher das kalte ausgeht, und gute gästehäuser haben hot pots für die gäste, die natürlich leider nicht immer ganz so gemütlich sind wie auf der eigenen veranda. manche unserer unterkünfte waren in diesem punkt aber nicht ganz so großzügig, da mußten wir uns selbst waschen.
nach einer eregnisreichen woche, die man anhand der fotos hoffentlich ein wenig nachvollziehen kann, kamen wir in húsey an, wo wir sechs tage reiturlaub gebucht hatten. der freundliche örn, die deutschen pferdemädchen, das robbenbaby, die tief fliegenden skuas und natürlich die ganzen pferde haben es uns in der zeit richtig angetan.
isländer sind die hansi hinterseer der pferde. schwiegermuttertauglich, mit wilder mähne und pelzigen moonboots, verläßlich und trittsicher, ausdauernd und anspruchslos. sie haben im gegensatz zu großpferden einen vierten gang, den an sich sahnig-weichen, quasi vibrationsfreien tölt, den sie sehr gerne unsauber praktizieren, um den reiter gut durchzuschütteln und schlecht aussehen zu lassen, sowie manchmal auch noch einen fünften, den pass, den sie grundsätzlich nur dann einsetzen, wenn es unerwünscht ist. das liegt natürlich nicht in erster linie an den pferden, sondern an den ganzen reittouristen, die nicht wirklich gut reiten können und das arme pferd daher total verreiten. da müssen dann selbst kapazunder wie wir tagelang mit dem pferd arbeiten, um ihn sauber zu bekommen - oder man verzichtet drauf und reitet einfach.
islandpferde haben keine angst vor den skuas, die voller sorge um ihren nachwuchs alles angreifen, was sich bewegt. wenn so ein metergroßer schwarzer vogel in augenhöhe auf einen zufliegt, bekommt man schon mal weiche knie. den pferden ist das egal, sie wissen, daß der skua nur auf den höchsten punkt, und das ist der kopf des reiters, hinpickt, wenn überhaupt. wovor sie allerdings angst haben, sind die bösen seehunde, die die beiden flußmündungen um húsey herum hochschwimmen und laut prustend immer dort auftauchen, wo einige hundert meter entfernt ein ahnungsloses pferd mit einem ahnungslosen reiter gerade irgendwelche gangarten durchprobiert. sowas ist ja auch wirklich bedrohlich, denn wenn mal ein seehund an land kommt und in knöchelhöhe auf ein pferd zurobbt, gibt es kein entrinnen mehr...
nach der reitwoche sind wir dann die ganze schöne strecke inklusive kleiner abstecher in zwei tagen zurückgefahren, sind am letzten tag noch zu den großen sehenswürdigkeiten des sogenannten golden circle gefahren und haben dann das auto zurückgegeben. und dann blieb uns nichts mehr zu tun, als am vormittag vor dem rückflug noch in der blauen lagune zu entspannen.
das klingt jetzt alles so gemütlich, allerdings war das wetter bis auf die ersten paar tage nicht wirklich schön und teilweise sogar extrem häßlich. gerade als wir im laut reiseführer trockensten teil islands in der mývatn-gegend unterwegs waren, hatten wir dauerregen. besonders schön war es beim dettifoss, wo einerseits millionen liter wasser die 48 meter hinunterstürzen und ungefähr ebensoviel von oben auf uns herniederkam, am klo aber ein schild hing, daß man bitte wasser sparen soll.
die straßen islands sind, sofern asphaltiert, bis auf ganz wenige ausnahmen wirklich gut, sodaß die erlaubten 90 km/h recht schnell überstiegen werden, besonders wenn man kilometerlang ganz allein dahinfährt. leider sind nicht alle straßen asphaltiert, nicht einmal die ringstraße (DIE verkehrsader um die ganze insel) ist es durchgehend. und wenn mann dann so wenig befahrene strecken wie die 28 km zum dettifoss, islands größtem wasserfall, nimmt, dann zuckelt man eine stunde ungemütlich dahin. und überall können mitten auf der straße schafe stehen, die zu überfahren so ziemlich das größte verbrechen nach isländischem recht ist.
alles in allem war island aber eine superschöne erfahrung, wie man auch auf den fotos sehen kann. tolle farben, geologische extreme auf kleinstem raum, coole viecher, interessantes essen. was will man mehr?
als ausklang blieben wir noch zwei tage in berlin, wieder im circus. auch das programm war ähnlich wie im herbst: herumflanieren, am alex nicht in den fernsehturm hinauffahren, schoko kaufen und brunchen. wir haben anna und arnold getroffen, die in berlin eine wohnung suchen (arnold studiert ab herbst medienkomposition an der hanns eisler musikhochschule, gerade mal 50 meter vom schokogeschäft entfernt). ja, das wars dann eigentlich auch schon.

1 Kommentar
1. tingting (anonym), 01.03.2010 03:23:31 #
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