nachdem aus berlin ja leider nix geworden ist, haben wir uns für plan B entschieden, und das war ungarn. wobei man ja sagen muß, rein wetter- und geldtechnisch war das sowieso plan A, nur der coolnessfaktor hätte berlin den vorzug gegeben.
wir haben also in ungarn angerufen und ein zimmer reserviert. war leider nur für zwei nächte, aber wir sind halt auch gern mal spontan und wollten erst weiterschauen, wenn wir dort sind. also ab in den nächsten zug nach sárvár. also eigentlich nach győr und von dort nach sárvár weiter.
győr bzw. der dortige bahnhof ist insofern interessant, weil sich dort abgesehen von ein paar geschäften seit den 80ern nichts verändert hat. vermutlich haben sie seither nicht mal geputzt. ein aufenhalt dort kommt also einer zeitreise in das kommunistische ungarn der 80er gleich, und das ist nicht unbedingt so ein schönes gefühl. zudem sind weder die auskunftstafeln noch die -personen sonderlich informativ und sich auch nicht unbedingt einig.
nachdem wir in erfahrung gebracht haben, daß (laut auskunftstafel) der nächste zug nach sárvár aus gleisbautechnischen gründen ein nicht näher definiertes umsteigen beinhaltet und (laut auskunftsperson) vielleicht gar nicht, bestenfalls aber zu einer nicht näher definierten zeit fährt, sind wir in den wahrscheinlichsten zug gestiegen und damit (laut schaffner "selbstverständlich") schnell und problemlos sowie ohne umsteigen nach sárvár gekommen. aber vielleicht ist das ja auch die geschäftspolitik dort: die erwartungen total senken, damit man im endeffekt angenehm überrascht sein muß.
wir kamen dann also an und bezogen unser zimmer für zwei nächte in einer sehr netten kleinen pension direkt neben dem thermalbad. den restlichen tag haben wir mit essen, sprazierengehen und baden verbracht. ach ja, und natürlich haben wir uns schon mal nach einem zimmer für die restlichen drei nächte umgeschaut. zum glück gibt es so ein als lebensmittelgeschäft getarntes infoetablissement (sogar mit homepage), von wo aus wir direkt in die hübsche, noch direkter neben dem thermalbad liegende pension "éva" geschickt wurden, wo wir dann auch reserviert haben.
am nächsten tag waren wir dann ein bißchen radfahren entlang der raab bzw. wie wir dann festgestellt haben, entlang eines seitenarms, auf der suche nach einer mühle, die sich dann als kraftwerk manifestiert hat. das wetter war echt gut, wir haben uns sogar einen leichten sonnebrand geholt. und natürlich haben wir dann noch gut gegessen und sind baden gegangen.
tags drauf sind wir in die pension éva umgezogen, benannt nach der charmant-perfektionistischen besitzerin und zu finden direkt an der hauptstraße gegenüber vom thermalbad, das durch eine wunderbar häßliche betonsäule unübersehbar angezeigt wird, und dann sind wir zurückmarschiert zur alten unterkunft, wo wir eine reitstunde ausgemacht hatten. nach dem reiten waren wir einkaufen (schuhe!), gut essen und natürlich wieder baden. da kann man schon eine gewisse regelmäßigkeit erkennen.
der nächste tag verlief dann insofern anders, daß wir eine tageskarte fürs bad hatten, also in der früh nur eine schnelle reitstunde (eigentlich war ausreiten geplant, aber der reitlehrer hat das zweite pferd draußen auf der weide vergessen, und auf einem pferd kann man zu zweit schlecht ausreiten) und dann ab ins bad. da haben wir uns dann sogar massieren lassen (tibetisch), waren zweimal im thermalbadrestaurant und am abend dann in der sauna. also durchaus ereignisreich.
am letzten tag wollten wir wieder ausreiten (war zumindest ausgemacht), aber da ging dann gar nix mehr, weil angeblich so viel zu tun (und das eine pferd schon besetzt und das andere wieder draußen auf der weide), da sind wir also einfach nochmal spazierengegangen entlang der raab und dann wieder essen und baden. man gönnt sich ja sonst nix.
am allerletzten tag (das war der nach dem letzten) sind wir mit dem bus nach szombathely gefahren, um uns ein bißchen umzusehen und gut zu essen. busreisen in ungarn sind immer ein erlebnis für sich, erstens null platz fürs gepäck, zweitens muß man schon weit vorher an der haltestelle aufkreuzen, weil der bus vielleicht 10 minuten zu pünktlich kommt. sehr schön ist es dann, wenn man auf so einer ungarischen highway richtung westen düst und die pet shop boys im radio den soundtrack dazu singen. und wenn irgendwelche blöden österreicher direkt vor einer kreuzung einen auffahrunfall bauen, fährt der bus einfach über die sperrlinie und überholt auf der gegenfahrbahn. die haben halt noch eier, die ungarn.
überhaupt muß man festhalten, daß dort (im gegensatz zu anderen gegenden, zb. budapest) die leute sowas von total lieb und nett waren, daß es fast schon unheimlich war. aber nicht aufgesetzt, sondern einfach natürlich und sympatisch. da können sich viele eine scheibe abschneiden (die meisten dort würden sogar noch lächeln, wenn man eine scheibe von ihnen abschneidet).
in szombathely sind wir also herumgelatscht, wie man es auf den fotos gut sehen kann, dann waren wir im freßtempel (oder -keller) par excellence, dem gödör, und anschließend noch ein bißchen schuhe kaufen (und einen rucksack, um die vielen schuhe heimtragen zu können). und dann sind wir schön heimgefahren, natürlich wieder mit auskunftschwierigkeiten, dafür aber mit einem recht günstigen hin- und retourticket, mit dem wir noch innerhalb von 4 tagen wieder zurückfahren hätten können (zum beispiel um schuhe zu kaufen).






























