genau zehn jahre nach unserem ersten gemeinsamen urlaub und nach unserem letzten londonbesuch hatten wir wieder einen anlaß, nämlich den besuch bei stefan, den es aus salzburg für ein jahr nach london verschlagen hat. und wozu sind die semesterferien da, wenn nicht um solche anlässe wahrzunehmen.
der trip begann eigentlich schon einen tag früher, nämlich montag früh, als stefan vom salzburger flughafen aus anrief und uns mitteilte, daß er aufgrund der schneelage nicht nach stansted fliegen konnte und auf dienstag abend umbuchen mußte. unser flug war für dienstag früh geplant, und umbuchen ging nicht, weil alle flüge für diejenigen blockiert waren, die tatsächlich umbuchen mußten. und da ryanair nicht so flott ist mit information und so, wußten wir dienstag früh noch nicht, ob unser flug von bratislava überhaupt geht.
wir brachen also auf ins ungewisse, stiegen in den zubringerbus in wien erdberg (von wegen city center!) und zuckelten in knapp eineinhalb stunden (laut fahrplan 50 minuten!) in die hauptstadt der slovakei, mit dem notfallplan, den tag im schlimmsten fall dort zu verbringen. daraus wurde dann nix, weil unser flug planmäßig über die bühne ging, und den angebrochenen dienstag mußten wir irgendwie verbringen, weil wir stefan erst am abend in stansted treffen konnten.
also fuhren wir kurzerhand und spontan nach cambridge, das ist nämlich vom flughafen nicht allzu weit. die meisten züge fuhren tatsächlich, außer den direkten, aber so lernt man england kennen. cambridge war, wie man auf den fotos sehen kann, etwas verschneit (aber weit und breit keine spur von schneemassen, die am tag davor halb england lahmgelegt haben) und sehr hübsch. viele kleine colleges und so, zum teil sehr alt, und viele nette geschäfte, aber da wir nix schleppen wollten, haben wir nicht wirklich was gekauft. so um sechs herum war der spaß dann vorbei, ab da war tote hose, also mußten wir noch einmal essen gehen, um die wartezeit zu überbrücken.
dann kamen wir durch den spontanen ausfall des direkten zuges nur durch umwege zurück nach stansted, gerade rechtzeitig, um stefan zu treffen und den parkplatzzubringerbus zu besteigen, der uns dann zum vereisten auto brachte, mit dem wir endlich in die eiskalte wohnung von stefan fahren konnten. dann haben wir noch spontan heizkörperumarmen gespielt.
am nächsten tag mußte stefan arbeiten und marielies hatte geburtstag, also gingen wir geburtstagsshoppen, geburtstagstategallerybesuchen und geburtstagsessen und -trinken. war alles in allem ein recht kalter, aber entspannter geburtstag, ohne viel sightseeing oder sowas. abends sind wir in einem sehr hübschen pub in einem winzig kleinen häuschen (black friar, tube-station blackfriars, exit 1) gelandet und haben gut gegessen und getrunken und geburtstagsgeschenk überreicht.
am donnerstag haben wir uns dann aufgeteilt, ein teil von uns wollte shoppen und ins kino gehen, um den seltsamen fall des benjamin button zu sehen, der andere teil wollte lieber zuhause bleiben und 40° fieber vortäuschen, um selbiges nicht tun bzw. sehen zu müssen. benjamin button hats dann aber noch nicht gespielt, also wurde es stattdessen slumdog millionaire, was der zuhause gebliebene teil auch gern gesehen hätte, aber der hatte wiederum 300 auf dvd und top gear im fernsehen, also waren alle glücklich.
freitag haben wir dann eine kleine brudertreffrunde eingelegt, geplant war, daß wir beide unsere alphabetisch bevorzugten brüder samt anhang treffen, aber albert war dann (samt anhang) doch nicht in london (er ist sehr oft sehr spontan). dafür konnte antonia mit ihrem bruder punkten, damit war der tag gerettet. nach dem treffen fuhren dann stefan und wir zwei zum london eye, dem beeindruckenden und sehr teuren riesenrad, wo wir entgegen dem üblichen trott weder bei der kassa noch beim einsteigen warten mußten und so einen sehr netten rundflug (die nennen es flug. vielleicht wegen dem preis) über dem neblig-verregneten london genießen durften.
danach ging es nochmal in die tate modern, wo der kulturinteressierte teil am noch nicht erforschten stockwerk interessiert war und der rest einfach die große spinne bewundert und die ganzen interaktiven kinderspiele ausprobiert hat. zum schluß haben wir dann fiona, unsere gastgeberin vor zehn jahren und marieliesens au-pair vor etwa 30, getroffen, die uns gezeigt hat, daß man auch freitag abends noch plätze in einem pub findet, wenn man lang genug sucht. es war ein sehr netter tag mit einem ebenso netten abend.
samstag ging es dann in aller frühe (halb elf oder so?) zum camden market, wo es allerlei zeug zum bestaunen und kaufen gibt. bestaunt haben wir sehr viel, gekauft nur etwa die hälfte. in einem wunderbar umgebauten pferdestall gab es dann auch was zu trinken und etwas wärme (sowie fotos von AC/DC aus ihren jungen jahren), und nach einem kleinen essen ging es dann auch schon wieder heimwärts. also so richtig heimwärts, nach einem kurzen zwischenstopp und packerei schon zum flughafen und so. wo auch wieder alles geklappt hat.
eine besondere erwähnung verdient die intellektuelle truppe, die im bus von bratislava heim hinter uns gesessen ist. erstens sind sie schon stundenlang (wirklich stundenlang!) im bus gesessen, ohne sich zu erkundigen, wann er fährt, haben sich aber dauernd darüber aufgeregt, daß er noch nicht fährt (wie auch, es war noch nicht fahrplantime), zweitens haben sie geglaubt, daß der bus zum stephansplatz fährt (von wegen city center und so). drittens haben sie dann absolut intellektuell drüber geredet, daß sie eigentlich irgendwann auf jeden fall kant, marx, engels und habermas ("nein, habermas vielleicht doch nicht unbedingt") lesen sollten, und dann versucht, irgendwelche lieder, die sie damals im musikunterricht immer gesungen haben, zu rekapitulieren, was angesichts der uhrzeit und so tierisch genervt hat. ich war versucht zu fragen, was habermas zum thema singen im bus sagt, habs mir aber dann verkniffen. man kann sich ja beherrschen. und das wars dann auch schon.

































